Westen

Busch-Berge

Ab hier beginnt eine andere Vermessung der Welt, äh, des Tunneltals. Jedenfalls unterscheiden sich die Wegmarkierungen von den Ahrensburgischen. Wir befinden uns am Rande der Buschberge.

Zu den Buschbergen gehört der Fattsbarg; hier der Zugang vom Hagener Weg.

 53.624189, 10.182274

Das linke Bild des Motivs zeigt den Aufstieg, das andere - als Gegenbild - den Abstieg. Die grünen Stangen sind Telegrafenmasten.

Da wir bei solch technischen Motiven sind: Passen sich die Hochspannungsmasten nicht ausgezeichnet den kahlen Ästen an? Selbst der Kondensstreifen nimmt die Linien der Bäume auf.

Es gibt einige alte Bäume, aber großenteils sind das relativ junge Aufforstungen. Die ehemalige Krattwaldnutzung ist noch zu erkennen.

 53.620617, 10.183666

Eine Wucherung - ein altes Bild.

 53.620614, 10.183935

Buntspecht mit Jungvogel:

 53.621247, 10.184206

Der Weg von den "Bergen" hinunter zum Wandse-Rückhaltebecken.

 53.621464, 10.183999

Das folgende Bild passt eigentlich nicht ins Naturschutzgebiet - aber es soll nicht unterschlagen werden. Trotzdem es ein geschütztes Gebiet ist, findet sich eine Aufgrabung. Kiesgewinnung, geologischer Aufschluss, Ausgraben eines Tierbaus? Rätselhaft, vor allem, weil die Ecke schwer zu erreichen ist.

 53.620318, 10.180616

Wandse

Zunächst der Flußlauf:

Die Wandse durchquert ja das ganze Naturschutzgebiet Höltigbaum/Stellmoorer Tunneltal. Der Stern auf der "Regionenkarte" deckt aber nur einen Teil des Flusslaufs ab (ich hätte ihn langziehen sollen).

Hier der Eintritt der Wandse ins NSG Höltigbaum unter dem Ahrensburger Weg aus Richtung Braak. Im Frühjahr zu Zeiten der Schneeschmelze aufgenommen; die Wassermenge kann im Sommer zu einem Rinnsal werden.

 53.623631, 10.227793

Wie weiter vorne schon mehrfach beschrieben, kommt ein Großteil des Oberflächenwassers von außen - in diesem Fall aus dem fernen Braak. Schadstoffe werden ebenfalls eingetragen und werden manchmal entfernt. Hier ist eine über die Wandse gelegte Ölsperre zu sehen, das Öl wird vom inneren Material aufgesogen:

Dieses Bild zeigt den zweiten Wandseübergang im NSG.

Dann drei alte Aufnahmen, die in der Nähe der Müllberge entstanden sind.

 53.622820, 10.191525

Dieses Foto mag während der ersten Renaturierungsphase der Wandse entstanden sein.

 53.622820, 10.191525 Tja, welche Binsenart ist das?

 53.622820, 10.191525

RHB-Wandse

Dem Flusslauf folgend, kommt man zum Rückhaltebecken - das ist schon ein kleiner See.

Ganz abstrakt zeigt die obere Karte, welche Form das Becken besitzt (OSM-Karte), wie es in der Realität aussieht, die untere (ein “aufgebrezeltes” Google-Luftbild).

rhb_Wandse7

Folgend die Fotos.

 53.621214, 10.185086

Das Becken scheint stark verlandet zu sein.

 53.621009, 10.185343

Das Bild ist nach einer längeren Trocken- und Wärmeperiode aufgenommen. Das RHB ist schlicht umgekippt. Der Schwan mit zwei Jungen: Stammen die dunklen Linien im Entenflott (die freigelegte Wasseroberfläche) von den Schwänen? Zeigen sie die Bewegungen der Tiere auf dem Teich an - vielleicht über Tage?

Nach langer Trockenheit drängen sich die Vögel in den verbliebenen Wasserflächen. Hinzu kommt der Stress der Mauser.

Man findet eine reiche Fauna. Tja, eine Azurjungfer?

Und dieses eine Binsenjungfer?

Reiher gibt es etliche, ich habe einmal 6 (in Worten sechs) im Wasser stehend und auf Bäumen sitzend gesehen.

 53.620532, 10.185387

 53.620532, 10.185387

Die obligaten Schwäne (im Eis).

 53.621189, 10.185070

Die Schwäne im Eis leiten zu einigen Winterbildern über.

Dies ist das technische Ende des RHB; Pegel, Auslasssteuerung und Auslassöffnung. Was da aus der Betonröhre strömt, ist die Wandse. Der Beton ist scharf abgebildet, die Blasen sind unscharf. Das ist Bewegungsunschärfe - die Strömung war recht stark.

 53.620594, 10.185331

Ebenfalls die Wandse, von gleicher Stelle, aber in Fließrichtung aufgenommen.

 53.620588, 10.185039

Nochmal von gleicher Stelle, aber nach der erwähnten Trockenperiode.

 53.620588, 10.185039

Der Auslass des RHB geht bald in einen renaturierten Teil des Flusses über. Mit (viel) Glück sieht man einen Eisvogel über dem Wasser (der ist zu schnell, keine Chance für ein Foto ...).

 53.620248, 10.182512

 53.620248, 10.182512

Wandse-Tal

Zwischen Buschbergen und Wallberg (wenn die Bezeichnung "Berg" als Landschaftsname für die Norddeutsche Tiefebene gehäuft auftaucht, finde ich das irgendwie rührend. Na ja - bin wohl zu weit gereist) sind eine Reihe von Wiesen zu finden .

Die nächsten vier Bilder sind von der Eisenbahnbrücke Dassauer Weg in Richtung Dickwisch mit einem starken Teleobjektiv aufgenommen.

 53.623285, 10.176779

Die Pferde wärmten sich in der Sonne.

 53.623285, 10.176779

Zwei Väter? Ach nein, da fehlen entscheidende Teile.

 53.620739, 10.176539

Wallberg

Folgt man dem Herdenpfad, kommt man zum Wallberg, einer der "einzigartigen geologischen Sehenswürdigkeiten" Hamburgs, beziehungsweise ein "sehr seltenes Naturdenkmal". Also - Wallberge, auch Oser, Os, Ås, oder Esker genannt, sind Aufschüttungen von Kiesen und Sanden aus einer Eiszeit. Es gibt recht viele davon und verschiedene Modelle ihrer Entstehung.

Nicht zu verwechseln mit dem Wallberg. "Dank seiner einmaligen Lage ist der 1.722 Meter hohe Wallberg einer der meistbesuchten Gipfel des Mangfallgebirges usw."

stt_O12X6318_one_0_picc.jpg53.620066, 10.175852

Zunächst noch Galloway-Rinder auf der rechten Seite. Es nieselte, deshalb glänzt das Fell. Ich habe immer Probleme, die Augen zu lokalisieren; die sind sicher tiefschwarz.

Am linken Wegesrand auf einer abgeschnittenen Weide einige Baumpilze. Hatte das Mycel nun schon den ganzen Stamm durchwuchert oder ist das eine Neuansiedlung (die Schnittfläche wirkt relativ frisch)?

pilz5

Der Zugang zum NSG und damit zum Wallberg liegt am Ende des Herdenpfads. Man passiert ein Gatter. Klar - man muss die Rinder irgendwie zurückhalten. Dafür sind doch aber eigentlich die Zäune da? Dass Besucher deswegen durch den Matsch des Zugangs müssen (es geht ja nicht anders), ist doch irgendwie nicht im Sinne des Erfinders. Einige Eimer Kies irgendwer?

 53.620165, 10.175747

Nachtrag Sept. 2018: Man tat etwas!

Nachtrag Oktober 2019: Die vor dem Metallgestänge stehende Pforte ist inzwischen soweit zerfallen, dass Verletzungsgefahr besteht. Seufz ...

ah_PX9_4080_one_1

Nun aber zum Wallberg: Hier die Sicht über einen kleinen Teich rechts vom Herdenpfad mit einem Superweitwinkel. Der kleine Huppsel am Horizont ist der Beginn des Wallbergs (Ja, es ist runtermachend. Und nicht mal ein besonders gutes Bild ...).

 53.620221, 10.175626

Nun die "Normalobjektivsicht". Links in der Mitte der Wallberg.

 53.620221, 10.175626

Dies ist jetzt ein schwaches Tele und im Frühjahr aufgenommen. Nun wirkt der Berg beeindruckend. Das ist wohl die "offizielle Sicht" ...

 53.620221, 10.175626

Jetzt der "Aufstieg" zum Wallberg. Die Abendsonne vergoldet zwar alles, aber es war Winter, deshalb gibt es kein gnädiges Laub …

 53.619962, 10.175791

Der Gipfelpfad. Irgendwie enttäuschend; ich fühle mich dem Läufer Saffti (vorne beim Lümmellauf) irgendwie verbunden, der die dargebotenen Sehenswürdigkeiten auch nicht so recht zu würdigen wusste.

 53.619556, 10.175376

Südlich vom Gipfelpfad Gräserfluren:

ah_PX9_4146_one_1

Und eine Menge Äpfel dort auf dem Pfad:

ah_PX9_1801_one_1

Zu einer anderen Jahreszeit …

Das sind also Kies- und Sandablagerungen aus der Eiszeit. Die sind aber nur noch zum Teil vorhanden, das muss man feststellen. Der Wallberg ist ziemlich gerupft und an mehreren Stellen unterbrochen. Durch Kiesabbau, natürlich.

Aber keiner soll sagen, ich hätte mich nicht bemüht: hier ein Blick über die Vorderste Wiese von der Straße Höltigbaum (viele Zweige vom Straßengrün im Vordergrund). Doch, doch, die Erhebung in der Bildmitte ist ein Teil des Wallbergs.

 53.615468, 10.171930

Immerhin gibt es ein paar weitere verwilderte Apfelbäume.

Wandse-Niederung

An einer Stelle gibt es eine natürliche Unterbrechung des Wallbergs - eben durch die Wandse.

Wenn man hätte dabei sein können, als es passierte ... Die Wassermassen der aufgestauten Wandse steigen höher und höher, bis der Gipfel erreicht ist. Dann leckt eine kleine Wasserzunge über den Wall, fließt auf der anderen Seite hinab, nimmt ein wenig Sand und Kies mit sich. Das Rinnsal verbreitert sich, reißt eine Bresche - dann folgt die ganze aufgestaute Wassermasse der (Ur-)Wandse. Wahrscheinlich donnernd. Die Welt, ähem, zumindest das Tunneltal, hält den Atem an ...

Nun, heutzutage - man steigt vom Wallberg herunter in das Wandse-Tal. Mit Glück war es trockenes Wetter in den vorigen Tagen. Wenn nicht - man befindet sich auf einem matschigen Weg; zum Teil ist es ein Knüppeldamm:

 53.619090, 10.174931

Hier kurz vor der Brücke über die Wandse, dann hinter ihr und folgend der Blick vom neu bestiegenen Wallberg: Matsch!

 53.619090, 10.174931

Auf der Brücke.

 53.619090, 10.174931

Der Blick von der Brücke in eben das Flusstal. Dies ist allerdings wieder eins der "Highlights" des NSG (und ohne Entenflott):

 53.619090, 10.174931

Leider – nach der erwähnten Trockenperiode ist alles ausgetrocknet.

Folgt man dem Weg über den Wallberg, kommt man zur (zweiten) Wandse-Brücke.

 53.617254, 10.169264

Die Bahnlinie verläuft direkt neben der Wandse; der Bahndamm ist höher als der Wallberg. Dies erinnert an eine stillgelegte Eisenbahn-Strecke bei Trittau/Hamfelde (Am Bahndamm). Man hatte dort den Bahndamm bestehen lassen und keinen Fahrradweg drauf gebaut - er wächst jetzt zu. Über einige Jahrzehnte mit schwerem Gerät durchgerüttelt, ist er sicher stabil. Nach tausend Jahren oder so, wird man ihn zur archäologischen Sehenswürdigkeit erklären ...

 53.617254, 10.169264

Nach Trockenheit ist’s aus mit der Wandse…

Sie führt wieder Wasser (Oktober 2019)!

wandse5

Man steigt den Bahndamm empor und befindet sich neben den Schienen auf der Verlängerung des Hagenwegs.

 53.617327, 10.169127

Der Blick zurück ...

Hier ist nochmal die Wandse-Niederung mit Wallberg vom Weg an der Bahnlinie aufgenommen. Da mit einem Weitwinkel fotografiert, wirkt der Berg (leider, äh, wirklich) wieder ziemlich unscheinbar.

 53.617939, 10.169832

Wäre man vorher links vom Wallberg abgebogen, wäre man zur Vordersten Wiese (die letzte vor Hamburg?) gekommen. Man sieht im Hintergrund schon die Hochhäuser Rahlstedts. Die Böschung davor trägt die Straße Höltigbaum (beträchtlich höher als der Wallberg :-) ).

 53.617397, 10.173591

Die Wiese nochmal von der Seite:

Waldränder im dortigen Gebiet:

waldraender5

Farne am Wegesrand:

ah_PX9_4097_one_1

Schlingpflanzen:

ah_PX9_4144_one_1

Diese hat sich selbst gefangen ...

ah_PX9_4114_one_1

Welches Schicksal mag sich hierhinter verbergen - direkt an den Bahngleisen ...

ah_PX9_1854_one_1

In dieser Ecke, die von der Straße Höltigbaum und der Eisenbahn gebildet wird, endet der Weg und dieser Teil des NSG.

Zunächst überquert man aber die dritte Brücke über die Wandse.

Die geneigte Leserschaft wird sich schon gefragt haben, wo das Bild der Wandse-Unterquerung der Bundesbahn bleibt. Hier ist es (beide Seiten!):

Wegen der Dokumentationspflicht wird eine dortige Teilbank gezeigt:

Auf dieser Seite der Bahn endet hier das Stellmoorer Tunneltal; man muss hinüberwechseln. Von der Straße Höltigbaum aus aufgenommen; links und rechts das NSG.

Man stelle sich auf der linken Seite der Schienen zwei weitere Gleise vor ... Das wird dann die neu zu bauende S4 sein. Unter anderem muss auch die Wandse ebenfalls nach links verlegt werden. Man darf auch die Schallschutzwände nicht vergessen.

Um den Glindkamp

Die zentrale Straße in diesem Teil des NSG ist der Glindkamp.

 53.620103, 10.167628

Hier findet sich auch wieder der Stellmoorer Quellfluss; oberes Bild und unten ganz links, noch hinter dem Pferd (vom Dassauweg aus aufgenommen).

 53.622661, 10.173469

Die vorherrschende Landschaftsform besteht aus - wenig überraschend - Wiesen.

 53.616918, 10.168179

Der Blick über eine Wiese: Sind das auf der anderen Seite Riesen-Bärenklaustauden und eine von der Miniermotte geplagte Kastanie?

 53.621185, 10.171345

Es war gerade Mahdzeit. Die Muster sind durchs Terrain und Ausschnittwahl entstanden. Ich glaube nicht, dass vom Bauern eine gestalterische Absicht verfolgt wurde.

 53.617196, 10.168390

Im Übrigen: Bei näherer Betrachtung ein sehr kräftiges und einheitliches Gras: ein Produkt der "ordnungsgemäßen landwirtschaftlichen Bodennutzung"? Die Probleme sind wohl an beiden Enden des NSG gleich ...

 53.618061, 10.166833

Am Wegesrand:

Überwiegend stehen hier Pferde. Vielleicht liegt es daran, dass es in Meiendorf keine bäuerlichen Betriebe mehr gibt.

Ich weiß nicht, was es bedeutet, wenn Pferde so von einander abgewendet stehen - aber es war auffällig.

2pferde553.620238, 10.167451

Vielleicht sind die Koppeln wegen der Pferdehaltung so reich bezaunt (durch ein Tele entsteht ein zusammengeraffter Eindruck):

Ich konnte - quer über das Tunneltal - leider nicht erkennen, was das ist. Zuerst dachte ich an Bienenstöcke - aber mit Henkeln? Dann an Dieselkanister - aber im Naturschutzgebiet? Batterien für die Elektrozäune? Na ja, die Taube ist erkennbar.

Nochmal zur Wandse.

Es ist mit ein wenig peinlich, ein so bedeutendes Ereignis, wie den Zufluss des Stellmoorer Quellflusses in die Wandse mit so einem unübersichtlichen Bild dokumentieren zu müssen (von der Straße Höltigbaum aus aufgenommen). Der Quellfluss kommt von rechts oben, die Wandse fließt parallel zum unteren Rand. Die helltürkisige Fläche ist Resteis.

Hier ist es einfach nur noch die Wandse.

 53.614417, 10.162758

Auf der anderen Seite der Bahn lag die "Vorderste Wiese"; ich erkläre diese zur "Letzten Weide", damit ein Gleichgewicht hergestellt ist.

 53.614292, 10.162441

Mit diesem Schild an der Straße Höltigbaum ist das Ende des Naturschutzgebietes Stellmoor-Ahrensburger-Tunneltal erreicht. Ich hoffe, verehrte Leserinnen und Leser, Sie hatten Vergnügen an der Reise und haben etwas Neues erfahren.

 53.614029, 10.161838

Ach, liebe Leserinnen und Leser, sie vermissen jetzt etwas? Haha, das soll jetzt kommen: Hier verlässt auch die Wandse das Naturschutzgebiet Ahrensburg-Stellmoorer-Tunneltal (standesgemäß) durch eine Röhre.

 53.614082, 10.162111

Als Ausgleich noch ein NSG-konformes Bild (aus dem Gebiet „Am Kratt“):