Im Osten

Ahrensfelder Weg

Ich beginne in einer östlichen Ecke des Tunneltals und werde mich im Text nach Westen in Richtung Rahlstedt bewegen. Dabei folge ich der Fließrichtung des Wassers unter dem Gletscher vor 12.000 Jahren. Der Ursprung des Tunneltals lag zunächst weit unter dem Eis, sein Ende bei Rahlstedt im dortigen Gletschertor. "Unnatürlich" ist, dass der Hopfenbach

Er ist eines der drei "großen" Fließgewässer des Tals (die anderen sind Stellmoorer Quellfluss und die Wandse). Für weitere Infos über den Hopfenbach beziehungsweise die Ammersbek kann man hier das PDF einer einschlägigen Untersuchung herunterladen: Die Ammersbek, Institut für Hygiene und Umwelt, Hamburg.

heutzutage in die entgegengesetzte Richtung fließt ... spätestens, seit er umgelegt wurde, um einen Wasserschloss-Graben zu füllen.

Übrigens war das Tunneltal nach seiner Entstehung und eine Zeitlang danach von einem See gefüllt, der allmählich verlandete. Wieweit die Entleerung von Menschenhand beschleunigt wurde, ist nicht bekannt. Jedenfalls bildet jetzt die kleine Querrippe im Tunneltal, über die die Straße Brauner Hirsch führt, die Wasserscheide.

Also der Hopfenbach: Hier verlässt er das NSG. Er untertunnelt durch diese Betonröhre den Bahndamm der U-Bahnlinie 1 und fließt dann weiter entlang des "Aalfangs", um in die Ahrensburger Aue und irgendwann die Ammersbek zu münden.

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Er kam vorher unter dem Ahrensfelder Weg heran. Dieses Bild zeigt ihn auf der anderen Straßenseite. Ziemlich große Wasserfläche im Verhältnis zur Wassermenge vor der Betonröhre, nicht wahr?

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Ich hatte es am Anfang schon erwähnt - die Bilder in diesem Essay sind über einen längeren Zeitraum (vom vorigen Jahrhundert an) aufgenommen; diese beiden hier in 2017 und 2004. Das eine im Herbst, das andere im Winter mit jeweils anderer Kamera und anderem Objektiv. Die Wassermenge wirkt im Winterbild größer - vielleicht war es damals so. Vielleicht täuscht das Winterbild aber durch das verwendete Weitwinkel nur eine große Bachbreite vor. Die beiden Bilder zeigen aber einen Bach an fast der gleichen Stelle.

Ich diskutiere das hier nochmal am Objekt, um klarzumachen, dass es keine "wahren" Fotos gibt. Sie hängen von Kamera, Objektiv, Stand- und Zeitpunkt, Technik vor und nach der Aufnahme, ästhetischen Vorstellungen des Fotografen und so weiter ab. Natürlich kann man eine Art technischer Fotografie betreiben (immer die gleiche Kamera mit einem einzigen Objektiv, vom Stativ in immer gleicher Höhe aufgenommen, möglichst in schwarz-weiß, um die unterschiedlichen Farben auszuschalten) - das würde dem Thema aber nicht gerecht und ziemlich bald langweilig werden ...

Wieder zurück über den Ahrensfelder Weg erstreckt sich das NSG am U-Bahn-Damm noch etwas weiter nach Osten. Die Talform hier ist noch etwas enger und steiler, als im Rest des Tunneltals. Eigentlich zu steil ... Ob dieses Relief nicht durch Kiesabbau entstanden ist - sagen wir für die U-Bahn - ist für den Laien schwer zu sagen.

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Wenig los hier - es ist eine abgeschiedene Ecke zwischen U-Bahn und Ostring. Einige Details:

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Starweg

Wieder den Ahrensfelder Weg überquerend, folgt man in Richtung Süden einem Weg durch einen hügeligen Teil des Tunneltals entlang des Starwegs.

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Etwas weiter im Wald erstreckt sich eine Reihe von alten Buchen und Eichen.

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Von diesen alten Bäumen stehen dort viele; sie neigen bei Sturm zum Umfallen ...

Die Grundstücke liegen wirklich sehr nahe am Wald beziehungsweise an der Abbruchkante, wie das folgende Bild zeigt.

Man beachte das Gartentor:

 Keine Koordinaten? Datenschutz - OK?

Biegt man durch den Wald kurz nach rechts ab, liegt dort ein größerer Teich. Auffällig der Bewuchs mit der kleinen Wasserlinse/Entenflott, ein Zeichen für den hohen Nährstoffgehalt des Wassers.

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Die Flaschenpost wird für ihren Weg lange Zeit brauchen, weil sie sich in der Entenflottmasse (entstanden nach langer Trockenheit) nur schwer bewegen kann.

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Zwischen Starweg und Waldrand hat man ein Regenrückhaltebecken gebaut.

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Über einen Graben fließt das Wasser aus dem Becken in den Hopfenbach.

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In den Graben wird auch ein Abschnitt der Hagener Allee entwässert.

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Der Bach wird halt aus vielen Quellen gespeist. Hier an seiner Unterquerung der Hagener Allee:

Links oben fließt er nach Osten, rechts oben kommt er von Westen, das untere Bild zeigt eine weitere Einleitung von der Straße.

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Schön grün, hm?

Wir werden dem Hopfenbach auf unserem Weg nach Westen wieder begegnen ...

Kuhlenmoorweg

Eh ich vergesse zu erwähnen: Der Kuhlenmoorweg trägt seinen Namen zu recht. Diese Kuhle (entstanden durch Torfabbau) liegt an dem Wegstück zwischen der U-Bahnstation Ost und der Hagener Allee.

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Hier quert der Weg die Hagener Allee (ja, ich springe ein wenig). Oben Richtung Westen, unten nach Osten:

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Wie oben schon zu sehen, wird der Kuhlenmoorweg eine Zeit lang von der U-Bahn begleitet:

Pumpwerk Kuhlenmoorweg

Auch die "Abwasseranlage Pumpwerk Kuhlenmoorweg" leitet in den Hopfenbach ein (das Gelände der Abwasseranlage selbst gehört nicht zum NSG).

Für die “Ahrensburger Aue”, in die der Hopfenbach mündet, ist der stärkste Einleiter übrigens Ahrensburgs kommunales Klärwerk, wo “an trockenen Tagen ... der Bach fast ausschließlich aus geklärten Abwässern besteht” Die Ammersbek, Institut für Hygiene und Umwelt, Hamburg (Download eines pdf-Files!).

Hier am "Pumpwerk Kuhlenmoorweg" wird nur Oberflächenwasser eingeleitet (Regen und so), auch wenn nach Starkregenfällen der Geruch von Abwasser über der Anlage liegt. Hier kreuzen sich die Schmutzwasserrohre aus dem Süden - deren Inhalt weiter gepumpt wird - und die des Oberflächenwassers aus dem Stadtgebiet zwischen U-Bahn und Bundesbahn ...

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Das nächste Bild zeigt den Zulauf aus dem Stadtgebiet. Der schwarze "Balken" quer im Bild ist eine Ölsperre an der Wasseroberfläche.

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Ein zur Abwasseranlage gehörender Absetzteich ist stark mit Entenflott besetzt - das ist zumindest hier nicht erstaunlich (ohne Bild).

Dann der Ablauf ins Tunneltal.

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Die beiden folgenden Bilder gehören zu den ältesten Stücken meiner Digitalaufnahmen. Sie sind mit einer Nikon D100 in 2003 entstanden.

Im Aussehen (Auflösung, Farbe usw.) kein großer Unterschied zu den aktuellen Bildern, vielleicht etwas weicher? Das liegt an der hier gezeigten Größe und daran, dass fürs Internet alle Bilder komprimiert sind (Stichwort .jpg), damit die Ladezeiten im Browser im Rahmen bleiben. Das nivelliert ziemlich die Bildqualität ... Im Original (Stichwort .tif) fehlt diesen alten Bildern aber eine Menge der heutige möglichen Auflösung.

Nun, was fällt am Bildinhalt auf? Trotz der umgestürzten Bäume fehlt das ganze heutige Brennnessel- und Unterholzgestrüpp. Damals hatte man anscheinend noch Geld und Zeit zum Mähen (und hoffentlich war es nur das - und nicht die Gießkanne mit - sagen wir - Roundup). Dem Gedanken eines NSG entspricht das heutige Aussehen sicher eher ...

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Ahrensburger Teichwiesen

Vormals führten in dieses Gebiet einige Wege. Die sind inzwischen aufgehoben - das Kerngebiet der Teichwiesen ist insofern vom "Besucherandrang" abgeschirmt. Was aus Sicht des Naturschutzes eine gute Sache ist.

Im Übersichtsbild sieht man das innere Gebiet der Teichwiesen mit einigen Wiesenflächen, Waldstücken und Teichen. Der Hopfenbach ist zu erkennen, links das Moorgebiet mit dem Wandersteg und am rechten Rand mittig der eben besprochene Vorfluter der Abwasseranlage. Rechts außen die Hagener Allee.

Die beiden folgenden Bilder sind vom Kuhlenmoorweg aus mit einem starken Tele aus der Hand aufgenommen (also verwackelt). Im oberen Bild Kanadagänse, im unteren ein Kranich und ein Reh.

Das Gebiet ist insofern ein Rückzugsgebiet für die Fauna.

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Hagener Allee

Die Hagener Allee selbst gehört nicht zum NSG, wohl aber die Wiesen auf beiden Seiten.

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Unten im Tal quert der Hopfenbach die Strasse (dort, wo auf eine Erhöhung in der Fahrbahn aufmerksam gemacht wird). Aber zunächst auf der östlichen Seite das Gelände des Schäferhundvereins.

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Daran anschließend die Wiese ebenfalls auf dieser Seite (durch das verwendete Weitwinkel wirkt sie ein wenig klein):

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Das folgende Bild ist nur wegen des spielenden Hundes im vorigen Foto eingefügt. Auch dieser Hund ist nicht angeleint - immerhin hält er sich nahe an der, ähem, Halterin. Bilder solcher Situationen wären im Dutzend möglich ... Immerhin ist es farbenfroh, um doch etwas Positives zu sagen.

Aber weiter im Text: diese Wiese liegt auf der westlichen Seite.

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Biegt man am Waldrand nach Westen von der Hagener Allee ab, befindet man sich wieder auf dem Weg, der am südlichen Rand des Tunneltals entlangführt. Diesen Weg gibt es vermutlich schon lange Zeit; weiter im Westen vor Hamburg sind Teilstücke zum Beispiel Ahrensfelder Weg / Hagenweg. Er lässt sich nach Osten zumindest bis zum Ostring verfolgen - dann grobe Richtung Lübeck? Vielleicht war dieser Weg mit ein Grund für das Vorhandensein der Burg Arnesvelde.

Eine ausgebaute Straße zwischen Hamburg und Lübeck existiert ja erst seit 1843. Lange Zeit war auch Kloster Reinfeld für die Hiesigen ein wichtiger Ort. Die jetzigen Straßen- / Autobahnführungen entsprechen eher unseren heutigen Möglichkeiten.

Nun, man betritt wieder das (reich beschilderte) Naturschutzgebiet:

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Links liegen die Grundstücke des Waldgut Hagens. Wie am Starweg wachsen hier noch viele alte Bäume. In den letzten Jahren gab es auch hier viel Windbruch (im Bild zwei Stämme auf dem Schuppen).

Allein aus Wegesicherungsgründen wird man hier Bäume entfernen müssen. Das Wiederaufforsten wird sich auf dem schmalem Geländestück zwischen den Grenzen der privaten Grundstücke und der Wiese des NSG schwierig gestalten. Vielleicht mit Einzel-Drahtumzäunung; sonst würden die Rehe alles wegknabbern.

Also - wir biegen von der Hagener Allee rechts in den Wald ab.

Auf der rechten Seite erstrecken sich Wiesen (man beachte die sich ähnelnden Formen der Wolkenformation und der Bäume).

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Im Weidengebüsch stehen abgestorbene Bäume.

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Dahinter liegt ein größerer Teich (man erinnere sich: "Ahrensburger Teichwiesen").

Möglicherweise aufgrund der Klagen wegen der wachsenden Wildschweinpopulation wurde ein Jagdsitz auf der Wiese neu aufgestellt.

Auf der Wiese sammeln sich im Frühjahr eine Menge Gänse, andere Vögel und Rehe.

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Sumpf, Erlen

Weiter den Weg entlang in Richtung Burg beginnt rechts ein Sumpfstück mit Bruchwald aus Moorbirken und Schwarzerlen.

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Hier stand der Forsteinrichter sinnend.

Ein Forsteinrichter hat unter anderem die Aufgabe, das Inventar eines Forsts festzustellen und abzuschätzen, was über die Jahre an Holz zu gewinnen sei (Wikipedia).

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"Kann wirtschaftlich nicht genutzt werden, Fällen und Holztransport nur bei Frost und dann ergibts nur Brennholz; gehört aber auch zum Kerngebiet des Naturschutzgebiets". Siehe auch einen Artikel aus dem Hagener Boten: Forsteinrichter.

Auf der anderen Seite des Weges ebenfalls ein kleines Stück Sumpf:

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Moor

Bei den Resten der Arensvelder Burg (ich komme drauf zurück), führt der Weg quer durchs Moor. Die besondere Attraktion hier ist der Moorwandersteg - jetzt eine Schwimm- und Aufliegekonstruktion. Zuerst einige Bilder aus dem Moorgebiet:

Moose gibt es naturgemäß reichlich. Im Gegenlicht leuchtet das Moos gelbgrün.

Schilf am Rande des Moorwanderstegs:

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Wenn der Wasserstand im Moor sinkt, bleiben die mit der Strömung treibenden Schilfblätter an Ästen hängen:

Im nächsten Bild kleinere Sumpfpflanzen (die geneigte Leserschaft wird sie sicher selbst bestimmen können):

Man sieht sie fast nicht:

Halb- und ganz versunkene Baumstämme bestimmen das Bild:

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Bei den Bauarbeiten zum neuen Moorsteg aufgetaucht.

Als Abschluss der Moorbilder ...

Moorwandersteg

Das ist ein auf Schwimmkörpern gelagerter Steg, der 320 Meter durch das Moor führt. Die Google-Maps-Karte zeigt den etwas idealisierten Pfad - der reale Weg ist die schwarze Linie daneben. Beginn des Stegs jeweils bei den eingezeichneten roten Balken:

Nach Meinung der Verwaltung und Teilen der Politik Ahrensburgs war es "unstrittig, dass die Moorwanderwegbrücke dringend erneuert werden musste und als Unikat in einer spektakulären Landschaft als Ahrensburger Besonderheit auch erhalten werden soll". Nun - spektakulär kann ich das Ahrensburger Tunneltal beim besten Willen nicht nennen, aber wenn man zum Loben gedungen wurde, sein eigenes Marketing glaubt und noch nicht allzuweit gereist ist ... Und Unikat? Siehe zum Beispiel den 500 Meter langen Uferwanderweg in Hemmelsdorf (Hemmelsdorfer See).

Ahrensburg (meine Heimatstadt) hat ein Händchen für Bauten, die einen ganz besonderen Touch haben (oder nix werden). Beispiele? Toilette am Rathausplatz, dieser Moorwandersteg (für so ungefähr 'ne Million Euro), Basaltpflasterungen, Umfahrungen der Stadt. In diesem Zusammenhang: Man hört soviel von der Klimaänderung und dass es heißer wird. In 2018 hatten wir zum Beispiel eine extreme Dürre. Hat mal jemand der Ahrensburger Planer und Bauherren überlegt, wie sich die Kunststoffschwimmer auf dem Trockenen verhalten und welchen Eindruck sie geben? Das Ausbaggern des Moorbodens entlang der Trasse während des Baus wird dann auch nicht mehr helfen. Oder wie überhaupt die Anmutung eines schwimmerbasierten Wanderwegs in einem Naturschutzgebiet wirkt?

Wegen der Chronistenpflicht zeige ich hier noch ein Bild von der bis 2018 bestehenden Konstruktion. Dies ist die Wirkung eines Teleobjektivs: Das rafft alles zusammen.

Dies ist jetzt der 3., vielleicht der 4. Steg. Einem Ondit zufolge wurde ein Steg in den 50er Jahren im Rahmen eines deutsch/französischen Freundschaftsprogramms durch eine Jugendgruppe errichtet. Der folgende Steg wurde im Rahmen eines QBS-Projektes gefertigt. Der jetzige mit Fördermitteln der EU.

2019: der neue Steg. Hier ebenfalls ein Tele:

Und nochmals Telearbeit:

Der Steg wird gut angenommen:

Ich aktualisiere diese Texte so alle halbe Jahre. Zur Zeit steht wieder Wasser im Moor - ein Teil des Steges schwimmt. Das Gehen auf den schwimmenden Teilen ist gewöhnungsbedürftig; drei Schritte gehen, bis man auf das nächste Element tritt: DONG! Das eine Ende des Element knallt auf das nächste. Liegt vielleicht an der Kürze der Stücke (und an meinem Gewicht, klar) ...